Arbeitsrecht für Backpacker

Arbeitsrecht für Backpacker

Allgemeines

Die Arbeitslosenquote ist in Neuseeland nicht sehr hoch, so dass es meist sehr schnell möglich ist, an einen gut bezahlten (Aushilfs-) Job zu gelangen.
Gerade in der Saison, während der Erntezeit, finden Backpacker gute Jobs mit einem durchschnittlichen Lohn von 15-19 NZD pro Stunde. Der gesetzliche Mindestlohn lag im Jahr 2011 bei 13 NZD (das entspricht etwa 7-8 Euro pro Stunde). Er variiert aber von Jahr zu Jahr und beträgt ab März 2016 15,25 NZD. Verbreitet ist das sogenannte Fruit Picking, bei dem Früchte und Gemüse gepflückt, gesammelt und verpackt werden. Eine oftmals körperlich anstrengende Arbeit, bei der du nach Stückzahl bezahlt wirst und das Gehalt oftmals stündlich berechnet wird. Beispielsweise erhält man pro 500kg Früchte 20-25 NZD. Auf einigen Farmen ist es üblich gegen freie Kost und Logie verschiedene Arbeiten zu verrichten.


 

Pausenregelungen

Die gesetzlichen Regelungen zum Arbeitsrecht sorgen dafür, dass jedem Arbeitnehmer natürlich auch Pausen zu stehen. Folgende Regelung ist bei den meisten Unternehmen üblich: Wenn du 2 bis 4 Stunden arbeitest stehen dir 10 Minuten bezahlte Pause zu. Arbeitest du bis zu 6 Stunden, so stehen dir eine zehnminütige bezahlte Pause und 30 Minuten Mittagspause zu. Bei einem 8-Stunden-Tag werden zweimal 10 Minuten Pause bezahlt und eine dreißigminütige Mittagspause eingeplant.


 

Anforderungen und Lizenzen

Neben guten Englischkenntnissen benötigst du für einige Aushilfsjob auch Lizenzen. Solltest du an der Bar arbeiten wollen oder in einem Casino, werden teilweise Lizenzen verlangt.


 

Urlaubsanspruch und Kündigungsschutz

Die Gesetze zum Thema Arbeitsrecht regeln auch die Aspekte Urlaubsanspruch und Kündigungsschutz (detailliert in Englisch nachzulesen unter www.ers.dol.govt.nz.). Verbreitet ist ein Urlaubsanspruch von 20 Tagen, also vier Wochen im Jahr.
Den uns bekannten Kündigungsschutz gibt es in dem Sinne nicht, es kann also von einem Tag auf den anderen vom Arbeitgeber oder Arbeitnehmer gekündigt werden. Laut aufgesetztem Vertrag gilt aber häufig eine Kündigungsfrist von vier Wochen. Der Arbeitnehmer hat das Recht jederzeit zu kündigen, vorausgesetzt er hält sich an die Klausel seines Arbeitsvertrages.


 

Gewerkschaften

Als Arbeitnehmer hast du außerdem die Möglichkeit einer Gewerkschaft beizutreten. Ähnlich unseren deutschen Tarifverträgen sind Arbeitnehmer, die der Gewerkschaft angehören, durch Kollektivverträge geschützt. Ist man nicht in einer Gewerkschaft wird ein individueller Arbeitsvertrag mit dem Arbeitgeber ausgehandelt.


 

Inhalte des Arbeitsvertrags

Ein Arbeitsvertrag beinhaltet die Höhe des vereinbarten Lohnes, die Kündigungsfrist, den Aufgabenbereich, die Laufzeit des Vertrages sowie Aussagen über die Anzahl der Urlaubstage, der bezahlten öffentlichen Feiertage und Krankentage, ebenso Angaben zum Mutterschaftsurlaub.
Bevor man eine Arbeit aufnimmt benötigt man eine Steuernummer (Formular IR 742). Auch in Neuseeland wird die Lohnsteuer vom Arbeitgeber abgeführt und ist nach Einkommen gestaffelt. Es wird festgelegt, welcher Steuerklasse der Arbeitnehmer angehört.


 

Arbeitsschutz

In den meisten Betrieben wird großer Wert auf Arbeitsschutz gelegt. Sollte es zu einem Arbeitsunfall kommen, greift die staatliche Unfallversicherung ACC, an die der Arbeitgeber Unfallversicherungsbeiträge abführen muss. Die Beiträge hängen vom gezahlten Arbeitslohn ab. So werden die Behandlungskosten nach einem Unfall übernommen. Für die Zahlung von Krankenhaustagen beispielsweise, sollte sich jedoch jeder mit einer privaten Unfallversicherung absichern.

 

 

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