Empfohlene Impfungen für Neuseeland

Empfohlene Impfungen für Neuseeland

 

Laut Auswärtigem Amt gibt es keine Impfungen für Neuseeland, die dringend vorgeschrieben sind. Es empfiehlt sich jedoch, die gängigen Auffrischimpfungen vorzunehmen. Anders als Deutschland hat Neuseeland eine eher entspanntere Haltung gegenüber Impfschutz, so dass hierzulande einige Krankheiten nach wie vor die Runde machen, die in weiten Teilen Europa als ausgemerzt gelten. Wir raten daher, auf Nummer sicherzugehen.

Empfohlene Impfungen für Neuseeland solltest Du daher vor Deiner Reise auf den neuesten Stand bringen. Informiere Dich dazu bei Deinem Hausarzt und nimm auf jeden Fall Deinen Impfausweis mit, der alle wichtigen Informationen enthält..

Tetanus (Wundstarrkrampf)

Eine durch Bakterien verursachte Erkrankung, die durch starke Muskelkrämpfe gekennzeichnet ist. Wenn die Schluckmuskulatur betroffen ist, droht akute Erstickungsgefahr. In Deutschland gibt es weniger als 15 Fälle pro Jahr, die Betroffenen sind meist Erwachsene. Auch heute noch sterben zwischen 10 und 20 Prozent aller Erkrankten.

Neuseeland: Zwischen 2001 und 2012 wurden in Neuseeland 21 Tetanuserkrankungen registriert. 2013 gab es eine Neuerkrankung, die Dunkelziffer wird aber höher vermutet, da nicht alle Fälle offiziell registriert werden.

Empfehlung: In Deutschland wird die Grundimmunisierung in der Regel im Kindesalter vorgenommen. Danach wird alle 10 Jahre eine Auffrischimpfung empfohlen – bei Verletzungen auch früher. Die Auffrischimpfungen enthalten heutzutage auch einen Impfschutz gegen Pertussis sowie Diphtherie und/oder Polio.

Pertussis (Keuchhusten)

Auch wenn Keuchhusten vor allem für Säuglinge und Kinder schwere Folgen haben kann, sollte eine Auffrischimpfung im Erwachsenenalter vorgenommen werden. Die Bakterien sind weltweit verbreitet, verbreiten sich schnell über Tröpfcheninfektion und heutzutage stecken sich vor allem Erwachsene an. Symptome sind quälende Hustenanfälle, die über mehrere Monate anhalten können. Ungeimpfte Erwachsene können den Erreger leicht an Kinder weitergeben, auch wenn sie selbst keine Symptome haben.

Neuseeland: Die letzte Keuchhusten-Epidemie in Neuseeland begann 2012 und führte zu 5902 Erkrankungen. Auch heute noch stirbt jährlich mindestens ein Kind an Keuchhusten.

Empfehlung: In Deutschland wird die Grundimmunisierung in der Regel im Kindesalter vorgenommen. Danach wird alle 10 Jahre eine Auffrischimpfung empfohlen, die heutzutage auch einen Impfschutz gegen Tetanus sowie Diphtherie und/oder Polio enthält.

Diphtherie

Ebenfalls durch Bakterien verursacht, werden bei Diphtherie wichtige Organe wie Herz und Nieren angegriffen, was dauerhafte Schäden mit sich bringen kann. In Deutschland tritt die Krankheit nur noch selten auf, die Bakterien sind aber weltweit verbreitet, weswegen eine Auffrischimpfung dringend empfohlen wird. Diphtherie-Bakterien werden durch Niesen und Husten via Tröpfchen verbreitet, eine Ansteckung ist daher relativ leicht und führt in 5 bis 10 Prozent aller Fälle zum Tod, meist durch Ersticken oder Herzversagen.

Neuseeland: Der letzte bekannte Krankheitsfall in Neuseeland war 1998. Die Krankheit gilt in Neuseeland als ausgemerzt. Umso wichtiger ist eine Impfung, um die erneute Ausbreitung zu vermeiden.

Empfehlung: In Deutschland wird die Grundimmunisierung in der Regel im Kindesalter vorgenommen. Auffrischungsimpfungen werden vor Schulbeginn (5 bis 6 Jahre) und im Alter von 9 bis 17 Jahren empfohlen. Danach sollte alle 10 Jahre erneut geimpft werden. Auffrischimpfung enthalten heutzutage auch einen Impfschutz gegen Tetanus sowie Pertussis und/oder Polio.

Polio (Kinderlähmung)

Europa gilt laut Weltgesundheitsorganisation seit 2002 als Polio-frei, aber die Viren kursieren nach wie vor in weiten Teilen der Welt. Kinderlähmung kann nur von Mensch zu Mensch übertragen werden, und wer nicht geimpft ist, kann dazu beitragen, dass die Krankheit auch in westliche Länder zurückkehrt. Wer sich einmal ansteckt, kann nicht behandelt werden, mit Hilfe der Medizin können lediglich Symptome wie Muskelschmerzen und Lähmungen gelindert werden.

Neuseeland: Seit 1962 wurden in Neuseeland nur 6 Fälle von Polio registriert.

Empfehlung: In Deutschland wird die Grundimmunisierung in der Regel im Kindesalter vorgenommen. Für einen vollständigen Schutz sind zwei bis drei Impfungen innerhalb von vier Wochen bis zu 6 Monaten nötig. Danach sollte alle 10 Jahre erneut geimpft werden. Auffrischimpfung enthalten heutzutage auch einen Impfschutz gegen Tetanus sowie Pertussis und/oder Polio.

Mumps

Die Krankheit ist nach wie vor weltweit verbreitet. Die Ansteckungsrate der Viren, die grippeähnliche Symptome sowie Schwellungen der Ohrspeicheldrüsen verursachen, beträgt 60 Prozent. Anstecken kann man sich durch Tröpfcheninfektion auch bei gesunden Menschen, die den Erreger zwar in sich tragen, aber selbst keine Symptome entwickeln. Langzeitfolgen reichen von Hirnhautentzündung bis hin zu bleibenden Hörschäden.

Neuseeland: Mumps kommt nach wie vor in Neuseeland vor. 2013 gab es 23 Neuerkrankungen, aber die Zahlen sinken jährlich.

Empfehlung: Die erste kombinierte Schutzimpfung gegen Mumps, Masern und Röteln sollte im Alter von 11 bis 14 Monaten erfolgen. Eine Auffrischimpfung wird im Alter von 15 bis 23 Monaten empfohlen.

Masern

Die Viruserkrankung, die sich vor allem durch einen juckenden Hautausschlag bemerkbar macht, zählt zu den ansteckendsten Krankheiten überhaupt und wird leicht durch Tröpfcheninfektion übertragen. Nach wie vor sterben weltweit jährlich mehr als 100.000 Menschen an Masern, meist durch Lungenentzündungen, deren Erreger aufgrund eines geschwächten Immunsystems leichtes Spiel haben.

Neuseeland: Alle 2 Jahre brechen die Masern in Neuseeland wieder aus, was auf große Impflücken im Land zu schließen ist. 2011 erkrankten fast 600 Menschen an Masern, meist Kinder.

Empfehlung: Die erste kombinierte Schutzimpfung gegen Mumps, Masern und Röteln sollte im Alter von 11 bis 14 Monaten erfolgen. Eine Auffrischimpfung wird im Alter von 15 bis 23 Monaten empfohlen.

Röteln

Die Viruserkrankung ist besonders gefährlich, weil man unbemerkt daran erkranken und die Viren leicht durch Niesen und Husten weitertragen kann. Impfungen tragen vor allem dazu bei, schwangere Frauen vor einer Ansteckung zu schützen. Ungeborene Säuglinge, die an Röteln erkranken, können mit einer Reihe von Komplikationen auf die Welt kommen, die von Blindheit und Taubheit bis hin zu Herzfehlern reichen. Auch Totgeburten können durch Röteln verursacht werden. Wer einmal an Röteln erkrankt ist, bleibt ein Leben lang immun. Für alle anderen werden zwei Impfungen im Laufe des Lebens empfohlen. Der Impfschutz schließt meist auch Masern und Mumps mit ein.

Neuseeland: Der letzte Ausbruch von Röteln in Neuseeland in den späten 90ern betraf vor allem junge Männer. Zuletzt wurden vier Fälle in 2012 und einer in 2013 gemeldet.

Empfehlung: Die erste kombinierte Schutzimpfung gegen Mumps, Masern und Röteln sollte im Alter von 11 bis 14 Monaten erfolgen. Eine Auffrischimpfung wird im Alter von 15 bis 23 Monaten empfohlen.

Influenza

Häufig mit einer ernsthaften Erkältung verwechselt, kann die echte Virusgrippe durchaus zum Tod führen. Gefährdet sind vor allem ältere Menschen, Schwangere und wer an chronischen Krankheiten leidet, die das Immunsystem generell schwächen.

Neuseeland: 2013 wurden 782 Menschen mit Grippe ins Krankenhaus eingeliefert. Zwischen 2000 und 2011 gab es 205 Todesfälle, die Mehrheit davon waren Senioren.

Empfehlung: Impfungen werden jährlich im Frühherbst empfohlen, da das Grippevirus von Jahr zu Jahr mutiert und alter Impfstoff damit unwirksam wird.

Pneumokokken

Die Bakterien, die unter anderem Lungen- oder Mittelohrentzündungen und Blutvergiftungen hervorrufen, sind weltweit verbreitet und werden leicht durch Tröpfcheninfektion verbreitet. Auch gesunde Menschen können die Bakterien durch Husten und Niesen weitergeben und so andere gefährden. Rund 10 Prozent aller schwer Erkrankten sterben an den Folgen einer Infektion. Antibiotika helfen nur bedingt.

Neuseeland: Jedes Jahr werden in Neuseeland mehr als 150 Kinder unter 5 Jahren mit Pneumokokken ins Krankenhaus eingeliefert. Eins von 10 Kindern stirbt an einer durch die Bakterien verursachten Hirnhautentzündung, eins von 6 Überlebenden leidet an permanenten Hirnschäden.

Empfehlung: Erwachsene über 60 sollten sich gegen Pneumokokken impfen. Impfungen werden auch Menschen mit geschwächtem Immunsystem empfohlen sowie jedem, der an chronischen Krankheiten leidet. Kinder sollten zwischen dem 2. und 24. Lebensmonat geimpft werden. Auffrischungsimpfungen für Risikogruppen werden alle 5 Jahre empfohlen.

Hepatitis A

Eine der wohl wichtigsten Impfungen, da die Hepatitis-A-Viren durch kontaminierte Speisen eingenommen werden. Die sogenannte Reisegelbsucht kann beispielsweise durch Muscheln, Eis oder ungereinigtes Wasser übertragen werden. Eine wichtige Vorbeugungsmaßnahme ist der slogan „cook it, boil it, peel it – or forget it!“. Die Erkrankung macht sich mehrere Wochen nach Ansteckung durch zahlreiche Symptome wie Übelkeit, Erbrechen, Kreislaufprobleme und Durchfall bemerkbar. Je älter der Erkrankte, desto höher die Sterberate. Es gibt keine Therapie gegen Hepatitis A, es können lediglich die Symptome behandelt werden. Die Infektion ist jedoch nicht chronisch und wer einmal infiziert war, bleibt ein Leben lang immun.

Neuseeland: Hepatitis A kommt in Neuseeland nur selten vor, Reisende sollten dennoch mit einer Schutzimpfung auf Nummer sicher gehen. 2013 wurden landesweit 91 Fälle registriert.

Empfehlung: Zum schnellen Schutz sollte die Impfung spätestens 14 Tage vor Reisebeginn erfolgen. Eine erste Auffrischungsimpfung wird nach 6 bis 12 Monaten empfohlen, danach alle 10 Jahre.

Hepatitis B

In Deutschland stecken sich nach wie vor tausende Menschen mit Hepatitis B an. Bis zu 650.000 Menschen sind allein in Deutschland chronisch mit der Viruserkrankung infiziert. Die Viren befinden sich vorrangig in Körperflüssigkeiten und werden hauptsächlich durch Kontakt mit Blut sowie beim Geschlechtsverkehr übertragen. Innerhalb von 6 Monaten nach Ansteckung treten grippeähnliche Symptome auf sowie Übelkeit und Erbrechen. Ein Drittel aller Erkrankten leidet auch an der sogenannten Gelbsucht. Die Krankheit kann unterschiedlich schwer verlaufen und heilt manchmal erst nach Monaten aus, bei anderen wird sie chronisch. Die Viren können auch mehrere Jahre nach einer Ansteckung noch übertragen werden.

Neuseeland: Bevor die Schutzimpfung in den 80ern in Neuseeland eingeführt wurde, war Hepatitis B eine weit verbreitete Krankheit. 2013 wurden landesweit nur noch 28 Fälle gemeldet. Allerdings leiden in Neuseeland rund 100.000 Menschen an einer chronischen Hepatitis B.

Empfehlung: Die Impfung wird seit 1995 schon im Säuglingsalter empfohlen und besteht aus vier Teilimpfungen innerhalb des ersten Lebensjahres. Diese Grundimmunisierung beinhaltet mittlerweile auch den Impfschutz gegen gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis und Polio.

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